Besinnung - Jahresbegleiter  

13.Dezember

DAS GEBET UND DIE LIEBE

"Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge. So seid nun besonnen und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen habt untereinander beständige Liebe; denn die Liebe deckt auch der Sünden Menge."
(1.Petr.4,7.8)

Die Zeit, in der der 1.Petrusbrief geschrieben wurde (wohl 100 n.Chr.), war eine Zeit des Verfalls - und dies nicht nur im moralisch und politischen Sinn. Die Hoffnung war im Schwinden, daß Christus wiederkommt. Die Zeit des Leidens um Christi willen hatte eingesetzt. Das Leiden war groß geschrieben. "Laßt euch durch die Hitze nicht befremden, die euch widerfährt zu eurer Versuchung, als widerführe euch etwas Seltsames!" - so schreibt es der Apostel der Gemeinde.

Aber da gibt es zwei Grundpfeiler christlichen Lebens und Bekennens:
  • DAS GEBET
  • DIE LIEBE

    Mit dem Gebet zusammen jedoch geht die Besonnenheit des Lebens einher. Wer sich hineinziehen läßt in die Zerstreuung der Sinne, der ist zu müde zum Gebet und zu verwirrt, im Gebet gute Gedanken zu denken.
    Ja, der Schreiber geht soweit, daß er auch das Leiden als eine Vorbereitung zum Gebet sieht (4,1).
    Im Gebet anerkennt der Beter Gott als seinen Vater und indem er im Namen Christi betet, erkennt er Christus als seinen Herrn an.
    Im Gebet läßt sich der Glaubende zeigen, daß alles in Gottes Hand ist - auch der Beter selber.
    Das Gebet ist das "Reden des Herzens mit Gott"! - und es bringt den Beter näher in die Gemeinschaft mit Gott.

    Die Liebe jedoch ist das, was aus diesem Glauben und Gottvertrauen empfangen wird: Gute Werke zum Wohl der Menschen und zum Lobe Gottes.
    Aber die Liebe ist auch wie eine Decke: "Die Liebe deckt auch der Sünden Menge" (Sprüche 10,12). Was ist damit gemeint? Bestimmt nicht, daß die Liebe die Vergebung der Sünden durch Christi Blut ersetzt. Der Schreiber weiß, daß Christus, als der "Gerechte" für die "Ungerechten" gelitten hat und für sie auferstanden ist (Kap.3,18).
    Aber die Liebe ist wie ein Tau, der sich über die Verwundungen durch die Sünde legt und die Schmerzen lindert. Liebe kann nicht Schuld vergeben, aber sie kann die Wunden, die durch die Schuld geschlagen wurden, lindern!

    So dürfen wir mit dem Gebet und mit der Liebe unsere Wege gehen - in guten und in bösen Zeiten.

  • 50.Woche


  • Hinweis
    345.Lesung


    Besinnung-Index

    Pfarrer i.R. Jakob Stehle
    GLAUBEN-UND-BEKENNEN

    Fenster schließen!