Besinnung - Jahresbegleiter  

2.Oktober

BEKENNTNIS EINES RÖMERS ÜBER JESUS

"Der Hauptmann, aber, der dabeistand, ihm gegenüber, und sah, daß er so verschied, sprach: Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen!".
Markus 15,39

Auch wenn der Evangelist Markus in seinem Evangelium den vollen Schwerpunkt des Lebens Jesu auf sein Leiden und Sterben (also die "Passionsgeschichte") legt, so wird trotzdem klar, daß er in diesem Leiden nicht einfach ein Sinnbild menschlichen Leidens aller Zeiten sieht, sondern er sieht in Jesus den "Christus", d.h. den verheißenen Messias. Und so bekennt ihn auch Petrus (Kap.8,27ff).
Dieser Messias aber ist der Sohn Gottes, so wie es im Psalm 2 (Verse 7.8) geschrieben ist:
"Kundtun will ich den Ratschluß des HERRN. Er hat zu mir gesagt: 'Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt. Bitte mich, so will ich dir Völker zum Erbe geben und der Welt Enden zum Eigentum.' "
Die Ereignisse, die Markus in besonderer Weise erzählt, um diese Botschaft weiterzusagen, sind die vollmächtigen Taten des Gottessohnes. Sie zeigen, daß Jesus der "Herr" ist. Noch ist es durch sein Lehren und Wirken nicht allen klar geworden, daß er der Gottessohn ist, aber einst wird es bei seiner Wiederkunft allen offenbar werden.

Hier nun, unter dem Kreuz, beginnt dieses Offenbarwerden seiner Gottessohnschaft bei einem Heiden - beim Hauptmann unter dem Kreuz.
Daß er in der Vergangenheitsform spricht, zeigt uns, daß er das ganze Evangelium noch nicht verstanden hat. Vielleicht aber impliziert es auch: Er ist unter uns mit seinen Worten und Taten als Gottessohn gewesen und wir haben es nicht erkannt!

Die christliche Kirche - die Glaubenden aus den Heiden - hat dies in ihr Glaubensbekenntnis aufgenommen und bekennt Jesus als den Christus, den "eingeborenen Sohn Gottes".
In seinem Gedächtnis lebt und arbeitet die Kirche und hofft auf seine Wiederkunft.



  • 40.Woche


  • Hinweis
    274.Lesung


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    Pfarrer i.R. Jakob Stehle
    GLAUBEN-UND-BEKENNEN

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